Probleme und Kritik


Rechtliche Probleme

Aus Gründen des Naturschutzes kann es problematisch werden, wenn Geocaching Menschen in Gebiete führt, die bisher weitgehend unberührt waren oder geschützt sind, wobei Tiere und Pflanzen gestört werden können. Darüber hinaus kann das Platzieren und Suchen von Geocaches unter bestimmten Umständen rechtliche Probleme mit sich führen, insbesondere dann, wenn es sich bei den Versteckorten um private Grundstücke handelt. Zwar darf jeder freie Landschaften und Wälder betreten; handelt es sich aber um ein Naturschutzgebiet, so darf dieses nicht beschädigt oder gar verändert werden, was nach den meisten Naturschutzgebietsverordnungen auch das Verbot beinhaltet, die Wege im jeweiligen Gebiet zu verlassen. In den Nationalparks besteht ebenfalls ein solches Verbot, das meist im jeweils geltenden Landesrecht festgeschrieben ist. Sowohl das Auslegen als auch das Suchen von Geocaches abseits der Wege ist demnach nicht gestattet.

Besonders geschützte Bio- und Geotope, wozu auch für das Geocaching besonders interessante Orte wie schützenswerte Höhlen, Röhrichte, Moore oder Auenwälder gehören, unterliegen dem Verbot einer Zerstörung oder einer sonstigen erheblichen Beeinträchtigung. Diese liegt beispielsweise bei der Lebensraumgefährdung einer Tier- oder Pflanzenart vor, was in Abhängigkeit der Sensibilität des Naturraums schnell der Fall sein kann. Es ist deshalb ratsam, im Zweifelsfall auf das Geocachen in solchen Biotopen zu verzichten. Darüber hinaus ist es rechtswidrig, geschützte Wildtiere in der Winterschlafphase erheblich zu stören und damit den Erhaltungszustand der lokalen Population einer Art zu verschlechtern. So kann der Energieverlust beim häufigen Erwachen durch Störungen zu Tod von Tieren führen. Im Rahmen des Höhlenschutzes werden im Bereich der fränkischen Alb bereits Schilder an Höhleneingängen montiert, die ein Auslegen von Geocaches ausdrücklich untersagen.

Gesondert geschützt sind Winterquartiere für Federmäuse zwischen dem 1. Oktober bis zum 31. März, deren Besuch zu Geocachingzwecken in dieser Zeit verboten ist. Negative Veränderungen in diesen Lebensbereichen wurden in diesem Zusammenhang bereits nachgewiesen. Owner, die ihre Geocaches auf Geocaching.com Listen, sind darum aufgefordert, ihre Geocaches für die Dauer der Fledermausschutzzeit zu entfernen und deren Status auf „deaktiviert“ (disabled) zu setzen, sodass sie im betreffenden Zeitraum nicht Teil des Spiels sind. Bemerkt ein Reviewer, dass ein Höhlengeocache nicht als „deaktiviert“ markiert ist, kann der Geocache von ihm „archiviert“ werden. Nach intensiver Diskussion werden seit 2011 zumindest in Franken keine neuen Höhlencaches mehr von den Reviewern von Geocaching.com freigeschaltet.

Auch an Brutplätzen von Vögeln kommt es ebenfalls regelmäßig zu Störungen. In Hessen fand man bei 66 von 229 Uhu-Brutplätzen Geocaches in direkter Umgebung bzw. in Einzelfällen sogar am Brutplatz selbst. In der Eifel werden in Schutzgebieten für die Natur im Durchschnitt nur 1,2 Jungvögel pro Brut flügge, während es in Steinbrüchen mit Gesteinsabbau im Durchschnitt 2 Jungvögel pro Brut sind. Dafür wird auch Geocaching verantwortlich gemacht. In der Eifel kontrollieren Naturschützer inzwischen regelmäßig Geocaching-Plattformen auf problematische Listings. Bei kritischen Geocaches wird dann auf eine Archivierung hingewirkt.

Weitere Probleme

Geocaches können von Unbeteiligten irrtümlich für eine Bedrohung gehalten werden, hinter der ein terroristischer Hintergrund vermutet wird. Beispiele sind der vermeintliche Fund eines „Munitionskoffers“, die vierstündige Sperrung einer Schleuse aufgrund Bombenverdachts, ein aufwändiger Polizei- und Feuerwehreinsatz wegen einer „unbekannten Vorrichtung“ an einer Straßenlaterne sowie Bombenwarnungen mit anschließenden Polizeieinsätzen an der Autobahn bei Erlangen und in der Wiesbadener Innenstadt. An der Außenseite des Geocache-Behälters angebrachte Hinweise und Kontaktinformationen des Owners können helfen, solche Missverständnisse zu vermeiden.

Der Geocacher selbst kann Unbeteiligten ebenfalls verdächtig erscheinen, wenn er den Geocache betont unauffällig sucht, findet und wieder versteckt. Beispielsweise schritt schon die Polizei in Bremen ein, da ein Verdacht auf Drogenhandel mithilfe eines konspirativen Drogenversteckes vorlag. Trotzdem sind solche Polizeieinsätze Ausnahmen und haben meist keine Folgen für die Geocacher, zumal der Anteil an geocachenden Polizisten zunimmt und darüber hinaus ein enger Informationsaustausch zwischen den Plattformbetreibern und den verschiedenen Polizeibehörden stattfindet.

Extreme und schwierige Geocache-Verstecke können ein Sicherheitsrisiko für Geocacher darstellen. Das Gefährdungspotenzial von Bunkern, Bergwerkstollen, Höhlen oder Steilwänden ist nicht immer offensichtlich oder wird von Unerfahrenen falsch eingeschätzt. Obwohl für jeden Geocache ein Schwierigkeitsgrad angegeben wird, können sich Geocacher durch Selbstüberschätzung in Gefahr bringen. Im Jahr 2011 ist ein erfahrener Geocacher beim Versuch tödlich verunglückt, einen an der Brücke einer Fernwärmeleitung angebrachten Geocache zu bergen; 2015 wurde ein anderer Geocache, der mit Magneten in 35 Metern Höhe unter der Brücke eines Autobahnzubringers befestigt war, auf Betreiben der zuständigen Behörde entfernt.

Geocaching in Jagdrevieren kann unter Umständen – wie jede andere Wanderung im Wald auch – sowohl die Jagdausübung als auch den Geocacher selbst gefährden. Vor allem in der Dämmerung und bei Dunkelheit besteht die Gefahr, nicht erkannt und mit Wild verwechselt zu werden. Von Jagdaufsehern und Jägern werden darum vor allem Nachtcaches kritisiert.

Auch den Geocachern selbst ist die Naturschutzproblematik bereits bewusst geworden, wie regelmäßige Bildungsveranstaltungen, Events, Infostände bei Mega- und Giga-Events sowie Konferenzen zu diesen Themen zeigen.

Innerhalb der Geocaching-Community wird die zunehmende Beliebtheit und die damit verbundene rasch wachsende Zahl versteckter Geocaches kontrovers diskutiert, da das Spiel nicht mehr „im Verborgenen“ stattfindet. Zugleich hat Geocaching.com als gewinnorientiertes Unternehmen ein wirtschaftliches Interesse an der Steigerung der Anzahl von „Premium-Mitgliedern“ und versucht darum beständig, die Popularität des Spiels zu bewerben.

In diesem Zusammenhang müssen auch Powertrails genannt werden. Bei diesen sind sehr viele Geocaches innerhalb möglichst kurzer Abstände ausgelegt worden. Sie führen teilweise zu Massenanstürmen von Geocachern, die möglichst viele Funde in möglichst kurzer Zeit verbuchen möchten, was auch sichtbare Beschädigungen in der Natur begründen kann.