Tablet


Lenovo TAB 2 A10-70L Tablet


Als Fan der Produktmarke Lenovo - Motorola, entscheide ich mich bei einer Neuanschaffung nicht plötzlich für ein Fremdprodukt. So ist es jedenfalls bei mir.

Die Anschaffung eines Tablet stand auf meinem Zettel und sollte mein Budget von insgesamt 350,-- € nicht überschreiten. Nach der nötigen Recherche entschied ich mich daher natürlich für ein 10.1 Zoll großes TAB 2 A10-70 von Lenovo. Das Tablet bietet meiner Ansicht nach eine sehr ansehnliche Leistung für einen geringen Preis. Das Android-Tablet kommt ohne große Schnörkel daher, besitzt dafür aber ein Full-HD-IPS-Display sowie eine auch für mich als Laie hörbare überdurchschnittliche Sound-Qualität.

Vorgestellt wurde das Lenovo TAB 2 A10-70L (10.1 Zoll) allerdings schon auf dem Mobile World Congress 2016. Da bei mir der Preis meistens meine Kaufentscheidung maßgeblich beeinflusst ist das Gerät für mich noch „Neu“ auf dem Markt. Lenovo ist natürlich kein Unbekannter auf dem Tablet-Markt und bietet das volle Programm, angefangen bei dem günstigen Android Gerät TAB 2 A7-10 (7 Zoll) bis hin zum ThinkPad mit Windows.

Gehäuse

Das Gehäusedesign empfinde ich als ziemlich unauffällig, doch dank der abgerundeten Ecken und Kanten liegt es gut und griffig in der Hand. Durch die Kunststoff-Rückseite in "Midnight Blue" wird das eher schlichte Designe erheblich aufgepeppt. Gerade die Farbe hat es mir angetan. Eine weiße Variante ist ebenfalls erhältlich, wobei die Farbe für uns Cacher eher ungeeignet ist. Auf der Rückseite befindet sich ein horizontaler perforierter Streifen, hinter dem sich die Lautsprecher samt Dolby-Atmos-Technologie verstecken. Zudem befindet sich die Kamera in der Mitte dieses Streifens. Der Bildschirmrand auf der Vorderseite ist ziemlich breit. Das hilft zwar nicht dem Design, doch für mich hat es den Vorteil, dass ich mit meinen Fingern den Touchscreen beim Halten nicht versehentlich berühren und dadurch ungewollt Apps starte. Die Stabilität des Lenovo TAB 2 A10-70L hinterlässt bei mir einen guten Eindruck, und auch leichter Druck auf die Rückseite führt nur zu minimalem Nachgeben. Das gilt prinzipiell auch für die Verwindungssteifigkeit (Steifigkeit). Mit einer Dicke von 8,9 mm und einem Gewicht von 518 Gramm ist das Lenovo TAB 2 A10-70L Tablet für mich ausreichend dünn und leicht für ein so günstiges Gerät. Damit unterbietet Lenovo das Acer Iconia Tab 10 A3-A20, aber mit extrem dünnen und teureren Geräten wie beispielsweise dem iPad Air kann es naturlich erwartungsgemäß nicht mithalten.

Ausstattung

Wie erwartet, bei einem Gerät dieser Preisklasse ist die Anschlussvielfalt recht eingeschränkt. Man bekommt einen Micro-USB-Anschluss sowie einen Micro-SD-Slot, jedoch keine physikalischen Videoausgänge. Andere – minimal teurere – günstige Geräte, wie z. B. das zuvor genannte Iconia Tab 10 A3-A20 oder Lenovos eigenes Tablet 10, verfügen zusätzlich über einen Mini-HDMI-Anschluss. Der Micro-USB-Anschluss unterstützt USB-OTG und erkennt problemlos meinen Speicherstick. Der Micro-SD-Einschub (bis zu 64 GB) befindet sich hinter einer Klappe hinten links. Dort ist außerdem bei meinem Lenovo TAB 2 A10-70L Tablet der Einschub für SIM-Karten platziert und somit auch im Gelände und ohne WLAN Verbindung mit dem Internet verbunden.

Kommunikation & GPS

Die WLAN-Konnektivität wird von einem Dual-Band-Modul bereitgestellt (2,4 GHz 802.11 b/g/n + 5 GHz 802.11 a), das zudem Bluetooth 4.0 unterstützt. Die Verbindung mit meiner Fritz Box war kein Problem, egal in welchem Zimmer meiner Wohnung und selbst bei einer Entfernung von rund 10 Metern war die Signalqualität noch sehr gut. Aktuell bietet Lenovo lediglich die WLAN-Version des TAB 2 A10-70L an, zukünftig sollte es aber auch ein Modell mit 4G-Konnektivität geben. Für mich als Geocacher besonders interessant und kaufentscheidend, daß das GPS-Modul sowohl Glonass als auch BeiDou unterstützt und kann in der Regel die Position im Freien innerhalb von 30-45 Sekunden mit einer Genauigkeit von rund 7 Metern bestimmen. Der Satfix war im Gebäude fast genauso schnell, aber die Genauigkeit ist geringer. Gerade die Qualität des GPS-Moduls ist für mich als Geocacher eine willkommene Überraschung, denn viele andere Geräte brauchen teilweise deutlich länger, bevor die Satelliten gefunden werden.

Zubehör

In Anbetracht des Preises und der Zielgruppe gibt es kein spezielles Zubehör für das Gerät, Lenovo vertreibt jedoch verschiedene universelle Artikel wie eine Tablet-Tastatur von Logitech oder eine Folio-Schutzhülle.

 

Software

Ursprünglich wurde das TAB 2 A10-70L mit Android 4.4 KitKat ausgeliefert, im Juli hat Lenovo aber ein Update auf Version 5.0 veröffentlicht. Auf meinem Gerät war bereits Lollipop 5.0.1 vorinstalliert. Glücklicherweise hat Lenovo keine großen Änderungen an dem Google Betriebssystem vorgenommen, die Bedienung ist also ziemlich selbsterklärend, und viel Bloatware gibt es jedoch leider nicht.

Garantie

Der standardmäßige Garantiezeitraum des TAB 2 A10-70L beläuft sich auf ein Jahr und kann für einen Aufpreis auf zwei Jahre verlängert werden.

Eingabegeräte

Der kapazitive Touchscreen des TAB 2 A10-70L erkennt zuverlässig bis zu 10 Eingaben gleichzeitig. Lenovo installiert lediglich die normale Android Tastatur, die auch Swype-Eingaben unterstützt. Es ist aber natürlich möglich, andere Tastaturen aus dem Google Play Store zu laden. Dank dem integrierten Pager-Motor steht auch ein haptisches Feedback zur Verfügung, falls man es möchte. Das Tippen auf dem 10.1 Zoll Display habe ich natürlich als deutlich angenehmer empfunde als bei meinem Motorola Moto g5, und dadurch bedingt weniger Fehleingaben. Dank der abgerundeten Rückseite lässt sich das Tablet gut halten, und die leicht gummierte Beschichtung verhindert ein Abrutschen. Die physikalischen Tasten bieten zwar nur wenig Rückmeldung und könnten für meinen Geschmack ein wenig größer ausfallen, aber insgesamt erfüllen sie ihren Zweck dennoch recht gut.

Display

Das A10-70L verwendet laut Herstellerangaben ein 10,1 Zoll großes IPS-Display mit einer Auflösung von 1.920 x 1.200 Pixeln und einem Seitenformat von 16:10. Daraus ergibt sich laut Hersteller eine Pixeldichte von 224 ppi, was vor allem im Vergleich zu vielen Konkurrenten mit geringeren Auflösungen angemessen ist. Texte und Bilder sind scharf, und ich kann auf von mir gemachten Reverenzbilder keine deutlich ausgefransten Kanten sehen. Die Farben sind nicht ganz so lebendig wie bei teureren Geräten, aber sollten die Nutzer dieser Preisklasse trotzdem zufriedenstellen.

Laut Hersteller wurde die Helligkeit des Panels über neun verschiedene Quadrantenbestimmt. Das durchschnittliche Ergebnis lag bei 335 cd/m² und damit auf dem Niveau von vielen anderen günstigen Tablets, fällt aber hinter das Lenovo Yoga Tablet 2 (fast 400 cd/m²) zurück. High-End-Geräte leuchten dennoch deutlich heller: Das Samsung Galaxy Tab S 8.4 übertrifft 500 cd/m², wenn die automatische Helligkeitssteuerung aktiviert ist.

Dank dem sehr geringen Schwarzwert ergibt sich ein erstaunlich hohes Kontrastverhältnis von 1.848:1, wodurch die Wiedergabe von Videos zum Genuss wird. Keines der bisher genannten Tablets kann da mithalten – selbst das Apple iPad Air 2 fällt mit 700:1 deutlich zurück. OLED-Bildschirme wie beim Galaxy Tab S 8.4 haben einen Schwarzwert von 0 cd/m² und damit theoretisch ein unendliches Kontrastverhältnis. Natürlich ist das Tab S 8.4 aber auch deutlich teurer und es hat einen kleineren Bildschirm.

Im Freien schlägt sich der Bildschirm ganz gut, direkte Sonneneinstrahlung sollte aber in jedem Fall vermieden werden. Die Reflektionen des überaus spiegelnden Displays können trotz der recht hohen Helligkeit nicht kompensiert werden. Im Schatten oder innerhalb von Räumen gibt es jedoch keine Einschränkungen.

Die Blickwinkel sind IPS-typisch sehr gut. Selbst aus sehr flachen Winkeln bleibt der Bildschirminhalt stets perfekt ablesbar, und es kommt zu keinen negativen Effekten wie einem dunkleren Display oder Farbinvertierungen. Es ist daher kein Problem, den Inhalt auch mit mehreren Personen gleichzeitig zu betrachten.

Leistung

Bei der Ankündigung der neuen Tablets von Lenovo war das TAB 2 A10L noch mit einem 1,5 GHz schnellen MediaTek MT8165 Quad-Core-Prozessor ausgerüstet. Seitdem hat Lenovo aber die Spezifikationen überarbeitet, und laut der Produktseite liegt der Takt jetzt bei 1,7 GHz. Das Tool "Droid Info" bestätigt diesen Wert.

Der SoC unterstützt 64 Bit und basiert auf dem Coretx-A53-Design. Die Leistung sollte für die meisten Anwendungsbereiche wie dem Surfen im Internet oder einfachen Anwendungen ausreichen. Die Geekbench-3-Ergebnisse zeigen, dass sich das TAB 2 A10 auf dem Niveau des Acer Iconia Tab 3 A3-A30 befindet, welches einen Intel Atom Z3736F nutzt. Obwohl sich die Browser-Ergebnisse im Vergleich nicht auszeichnen können, hatten wir nicht das Gefühl, dass sich das Tablet beim Surfen langsam anfühlt.

Grafikkarte

Die integrierte ARM Mali-T760 MP2 läuft mit 500 MHz und ist mit etwas unter 5.800 Punkten in Ice Storm Extreme sicherlich kein Leistungswunder. Bei der reinen Leistung kann es die ARM-GPU einfach nicht mit der Intel HD Graphics (Bay Trail) des Atom Prozessors im Acer Iconia Tab 10 A3-A30 aufnehmen. Acers Tablet erreicht im gleichen Benchmark rund 8.000 Punkte – ein Vorsprung von fast 40 %. Allerdings lassen sich auch komplexere Titel wie Dead Trigger ohne spürbare Ruckler spielen. Simple Titel wie Angry Birds sind selbstverständlich kein Problem.

Akkulaufzeit

Für meinen WLAN-Test stellen ich die Hintergrundbeleuchtung auf 150 cd/m² ein – im Fall des TAB 2 A10 rund 50 % der maximalen Helligkeit – und führte dann mein WLAN-Skript aus. Mein Tablet hält mit seinem 7.200-mAh-Akku etwa 8,5 Stunden durch, was für mich ein angemessenes Ergebnis ist und nach Recherchen im Internet auf dem änlichen Niveau des Acer Iconia Tab 10 A3-A30 liegt. Das Samsungs Galaxy Tab A 9.7 spielt hier mit mehr als 14 Stunden in einer anderen Liga, aber die meisten Nutzer und hiermit meine ich die meisten „Dosenfischer“ sollten einen normalen Tag abseits der Steckdose überstehen.

Lautsprecher

In der Regel erwartet man von günstigen mobilen Geräten einen blechernen und schlechten Klang – was in den meisten Fällen auch zutrifft. Das TAB 2 A10 unterscheidet sich in dieser Hinsicht jedoch, denn die Lautsprecher übertreffen meine Erwartung deutlich. Zudem unterstützen die Lautsprecher, die sich hinter dem horizontalen Streifen auf der Rückseite befinden, die Dolby-Atmos-Technologie. Mit aktiviertem Virtual Surround Sound gibt es einen hörbaren Unterschied, und sowohl die Klarheit als auch die Räumlichkeit übertreffen andere günstige Geräte, richtiger 3D-Sound entsteht aber dennoch nicht. Stimmen können zudem etwas schrill klingen, und Bass ist natürlich nicht vorhanden – was durch die immer dünneren Konstruktionen aber auch keine Überraschung ist. Aufgrund der Position der Lautsprecher ändert sich das Klangbild deutlich, wenn man das Tablet auf einen festen Untergrund legt. Bei der Verwendung von Kopfhörern kommt der 3D-Effekt sehr gut zur Geltung. Natürlich könnte man argumentieren, dass Stereo-Sound niemals von hinten kommen sollte – aber vermutlich werden viele Nutzer die Vorteile des aktivierten Sound Virtualizers schätzen.

Mein Fazit

Das Lenovo TAB 2 A10 ist ein gutes 10,1-Zoll-Tablet und bedeutet laut meiner Internetrecherche einen deutlichen Fortschritt gegenüber dem Vorgänger IdeaPad A10 Tablet. Man erhält eine helles IPS-Display mit der Full-HD-Auflösung, einen ordentlichen Quad-Core-SoC sowie überdurchschnittliche Lautsprecher. Trotz dem ziemlich simplen Äußeren ist die Verarbeitung in Ordnung. Ich hätte mir außerdem einen Videoausgang gewünscht, da die Multimedia-Fähigkeiten so ein wenig eingeschränkt sind. Als ich mir das Tablet gekauft habe kostet es beim Media Markt 246,00 € meiner Meinung nach ein Schnäppchen. Bei all meinen Einsätzen im Gelände, war ich mit dem Gerät hoch zufrieden.